[Date Prev][Date Next][Thread Prev][Thread Next][Date Index][Thread Index]

Re: [lugbe] Re: "rc"- Files und Boot-Vorgang



> > > Meinst Du rc wie in .bashrc? Dann heisst es afaik ResourCe, wobei
> > Eine andere Variante: R(ead C(ommands
> Ich hab mal gelesen: ursprünglich eine Abkürzung für "Run
> Com", also "Runtime Commands", eine Art Batchfile (.BAT :-)
> aus der Unix-Frühzeit.

Es gaebe da noch die Moeglichkeit "runtime configuration", die auch schon
angebracht wurde. Alles in allem kann man glaube ich sagen, dass die
Deutung der Abkuerzung RC selbst RC ist: Really Confusing...



> Ich glaube, es gibt zwei Arten von "rc": einmal als
> Konfigurationsfile
> (z.B. .bashrc), und einmal als Teil des Boot-Vorgangs
> (/sbin/inid.d/rc2.d).

Nun ja - ich glaube eher, dass hier beide "identisch" sind, es sind beides
Konfigurationsskripte (sowohl .bashrc als auch die Files in rc[0-6S].d
enthalten Programme und Shellscripts). Die "anderen" rc's sind
Konfigurationsfiles, wie z.B. ~/.xzxrc, ~/.pinerc, ~/xmaplev5rc, ~/.fvwmrc
oder sogar primaer "Status-Information" wie z.B. ~/.newsrc  [welches zwar
auch enthaelt, welche Newsgroups abonniert sind, aber nun mal primaer die
Lesecounter fuer die einzelnen Gruppen hat].



> Das SuSE-Bootkonzept ist ziemlich kompliziert. Beim Start und Wechsel
> eines RUNLEVELS werden die Stop- und Startskripts entsprechenden
> Verzeichnis ausgeführt. Ich habe auf einer Versuchspartition einmal
> all das Suse-Zeugs gelöscht und die Bootskripts um ca. 95% reduziert
> (und auch angepasst...).

Vorsicht bei solchen Spielereien, das Bootkonzept mag anfaenglich nicht so
einleuchtend sein, hat aber ziemliche Vorteile fuer sich (z.B. automatisch
die richtige Startreihenfolge alleine durch passende Namensgebung der
Files dort). Hauptsaechlich sind die Vorteile allerdings beim Wechsel von
Runlevels ersichtlich, da mit den Stopfiles auch sichergestellt wird, dass
alle nicht mehr benoetigten Prozesse auch sauber wieder gestoppt werden
(z.B. stoppen von Datenbank-Prozessen, oder anderen Diensten).



> Was es braucht (für ein SysV-Init) ist nur ein /etc/inittab,
> ein /sbin/init.d/boot und /sbin/init.d/rcN. Das Inittab
> gehört als Textfile zu init (Prozess 0), die init.d -
> Skripte haben v.a. den Zweck, die Partitionen zu remounten
> (rw).

Die Methode mit einem einzelnen rcN Skript kann zwar potentiell das
gleiche, wie das scheinbar komplizierter Verfahren mit /etc/init.d/ &
/etc/rc?.d/, ist aber mit mehr Wartungsaufwand verbunden. Den
Packagemanagern macht man es nun mal erheblich leichter, wenn die einfach
nur irgendein File in /etc/init.d installieren/loeschen muessen, anstatt
zu versuchen, die korrekten Aenderungen in einem einzelnen Skript
durchzufuehren (was speziell bei der Installation von neuen Packages
problematisch werden kann, da der Package manager dann wissen muss, an
genau welcher Stelle des Skripts da etwas eingeschoben werden muss).

Ein anderer Vorteil der Files in /etc/init.d ist der, dass die Files auch
fuer andere Zwecke gebraucht werden koennen, z.B. "/etc/init.d/bind
reload" um den Nameserver zum Neustarten zu bewegen (ohne dass Du Dich
drum kuemmern musst, wie das genau geht).



> Ich gebe zu, dass ich vermutlich zuviel gelöscht habe: "init 0" resp.
> shutdown wollen nicht richtig funktionieren, aber ich konnte schon
> dutzende Male ohne Probleme booten.

Mein Vorschlag: Geh zurueck, zur Originalkonfig... ;)




> Meine Frage: Wer kennt sich aus im Bootkonzept bei anderen
> Distributionen? 
> Das Thema mag nicht so attraktiv erscheinen, aber es ist doch
> eigentlich das "Bootkonzept" (danach sind sie voll kompatibel), das
> die verschiedenen Linuxe trennt.

Oooh - wenn Du da mal nicht taeuschst -- es gibt noch Unterschiede darin,
wie und wo Files abgelegt werden (Debian legt ALLE Configs unter /etc ab,
auch die fuer den Newsserver, die "normal" unter /usr/lib/news liegen).
Debian achtet mehr auf Security, SuSE mehr auf Bedienerfreundlichkeit;
sprich: SuSE ist sehr gut fuer Einsteiger gedacht, eine Maschine die
24h/Tag am Netz haengt, setze ich zumindest nur mit Debian auf.


> Und Debian?
Steuerscripts in			/etc/init.d
Start-&Stoplinks zu den Scripten in	/etc/rc[0-6S].d



MfG

  Benedikt

ULTIMATUM, n.  In diplomacy, a last demand before resorting to concessions.
                                 [Ambrose Bierce, "The Devil's Dictionary"]